Trommelbremse hinten- Wirkung ungleichmäßig

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Trommelbremse hinten- Wirkung ungleichmäßig

Beitragvon Boonekamp » 02.08.2018, 17:38

Hallo Freunde,

heute bin ich leider am H-Gutachten mit der HU vorbeigeschrammt ;) Die Bremswirkung der Trommeln hinten ist zu ungleichmäßig, links ca. 32% schwächer. Handbremse hingegen geht gut.

Ich weiß inzwischen wie man die Trommel entfernt: Schraube raus, durch das Loch auf 10 Uhr Keil hochdrücken, Radlager Fettkappe bla, und Trommel abnehmen.

Was checke ich dann und was unternehme ich? Wenn der Bremszylinder hinüber ist, wie wechsle ich ihn?

Danke!

David
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Re: Trommelbremse hinten- Wirkung ungleichmäßig

Beitragvon SI0WR1D3R » 02.08.2018, 20:42

Hi David,

vorneweg: An der Bremse sollte man nicht unbedingt als Laie schrauben, das kann schnell ins Auge und tiefer gehen.

BTT:
Eventuell sind die Reibbeläge zu stark abgenutzt oder die Trommeln zu stark eingelaufen. Das sollte man jedoch beim Zerlegen sehen.

Meist ist der Radbremszylinder fest, die Bremsbacken angerostet oder evtl auch nur etwas Fett/Öl auf den Reibflächen oder deine Handbremsseile sind beim abreißen.

Generell sollte man, wenn man schon da dran ist, das komplette Paket meiner Meinung nach erneuern.
D.h. Bremsschlauch, Radbremszylinder, Bremsbacken, Trommel, Federnsatz, Radlager, Bremsseile, usw.

Da es sich bei Dir um eine H-Abnahme handelt, wirst du mit Sicherheit noch länger Freude am 44iger haben wollen...

Gruß
MfG

Woife


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Re: Trommelbremse hinten- Wirkung ungleichmäßig

Beitragvon Boonekamp » 02.08.2018, 21:35

Hi Woife,

ich bin auch kein Freund halber Sachen- mein primäres Ziel ist erstmal von diesen 30-35 % wieder auf ein Level zu kommen, dass es die HU besteht und das H bekommt. Die Bremsanlage benötigt (bis auf Leitungen und Schläuche) überhaupt mehr Aufmerksamkeit, für die ich aber gerade keine Zeit habe.

Praktikable Tipps, wie ich die Bremsleistung ohne großen Aufwand in den Toleranzbereich bringe? Ordentlich den Staub rausputzen mit Bremsenreiniger, Beläge leicht anrauhen oder so etwas?

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Re: Trommelbremse hinten- Wirkung ungleichmäßig

Beitragvon Boonekamp » 05.08.2018, 11:02

Möchte mal über den Zwischenstand berichten.

IMG_20180802_194837.jpg
IMG_20180802_232218.jpg


Ganz offensichtlich ist der Bremszylinder von vorn gesehen verdreht, bzw. von oben sogar schräg.

Meine Diagnose: Schmutz und Salz ist auf einer Seite hinterm Zylinder eingedrungen und hat dort den Zylinder von der Ankerplatte weggedrückt. Vielleicht hatte sich die Schraube auch mal stark gelöst, sodass das ganz schnell ging. Die Schmutzkruste hat alles gefüllt und ist auch unter die Manschette des rechten Kolbens gelangt (hat sie sogar gedehnt, siehe Bild), der ist nämlich fest und es war jede Menge weißer Schmodder darunter.

Die schräge Position des Zylinders hat nun auch die Backen nicht mehr senkrecht und gleichmäßig an die Trommel gedrückt, daher das Schleifbild mit einseitigem Abrieb.


Dass der Zylinder raus muss, ist klar, und die Backen wohl sinnvollerweise auch. Nun meine Fragen: 1. einseitiger Wechsel ist Quark, oder? Am Ende ist die neu gemachte kräftiger als die alte und das Ungleichmäßigkeitsproblem hat sich von der einen auf die andere Seite verlagert. 2. Wie steht es um die Trommeln? Die würde ich gern dran lassen.

Viele Grüße,

David
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Re: Trommelbremse hinten- Wirkung ungleichmäßig

Beitragvon fourbee » 05.08.2018, 13:59

Hallo David,
Bremsbeläge nur beidseitig wechseln, Bremszylinder reicht der defekte, aber ich würde zum Komplettausch raten, dann in dem Zuge noch die Bremsflüssigkeit wechseln,
somit hast du da erst mal Ruhe. Wenn möglich würde ich irgendwo die Trommeln ausdrehen lassen, zum Einen wäre dann eine eventuelle Unregelmäßigkeit in der Trommel
durch den schräg anlaufenden Belag ausgeglichen und zudem wäre in Verbindung mit den neuen Backen wieder eine gleichmäßige Bremswirkung sicher gestellt.
Natürlich dürfen die Trommeln durch das Ausdrehen nicht das Toleranzmaß überschreiten...

Gruß
Helge

Tante Edit: Maximaler Trommeldurchmesser 231mm..
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Re: Trommelbremse hinten- Wirkung ungleichmäßig

Beitragvon scotty10 » 05.08.2018, 22:35

Mojn Mojn,

@ David
"...Die Bremsanlage benötigt (bis auf Leitungen und Schläuche) überhaupt mehr Aufmerksamkeit..."
Wenn Du schon an die Bremse ran musst, weil ein Radbrems-Zylinder hinten Links defekt ist,
dann mach gleich auf beiden Seiten neue Brems-Schläuche rein.
Es sei denn Du hast die erst vor kurzem erneuert.

Entlüften würde ich die Brems-Anlage sowieso komplett.
Dann wäre auch die "Nummer" mit dem Brems-Flüssigkeits-Wechsel "vom Tisch".

Ansonsten kann ich mich den Worten von SI0WR1D3R nur anschliessen.
Also bis auf die Seile.
"...Handbremse hingegen geht gut. ..."

Wenn die gut freigängig sind, dann würde ich die mit Sprühfett oder ähnlichem "impfen".
Im wahrsten Sinne des Wortes: - mittels Einwegspritze aus der Apotheke.
Gruss Scotty
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Re: Trommelbremse hinten- Wirkung ungleichmäßig

Beitragvon Ro80-Fahrer » 07.08.2018, 14:38

Wenn möglich würde ich irgendwo die Trommeln ausdrehen lassen, zum Einen wäre dann eine eventuelle Unregelmäßigkeit in der Trommel
durch den schräg anlaufenden Belag ausgeglichen und zudem wäre in Verbindung mit den neuen Backen wieder eine gleichmäßige Bremswirkung sicher gestellt.
Natürlich dürfen die Trommeln durch das Ausdrehen nicht das Toleranzmaß überschreiten...


So man eine Drehbank hat... Und ganz ehrlich, wenn ich sehe was neue hintere Bremstrommeln kosten lohnt der Aufwand wohl kaum! Arm wird man dadurch auch nicht. Zumal die 44er meistens 200tkm und mehr auf der Uhr haben.
Beläge IMMER achsweise tauschen ebenso wie die Radbremszylinder. Dieser weiße Schmodder wird denke ich oxidiertes Aluminium sein. Also zwei neue, denn meine Erfahrung hat gezeigt, gammelt der eine, sieht der andere meistens auch nicht besser aus!
Neue Bremsbacken verstehen sich bei neuen Trommeln von selbst! Manchmal bekommt man die Bremsbacken schon fix/fertig zusammen gebaut mit eingehängten Federn zum kaufen!
Auf jeden Fall nicht beide Trommelbremsen gleichzeitig zerlegen!!!!! Immer eine Seite nach der anderen. So hat man die Möglichkeit auf der anderen Seite zu gucken, wie die ganze Chose zusammen muss!
Auf dem Ankerblech sind meistens so runde Auflagepunkte: sauber machen, Silber- oder Kupferfett drauf. Das verhindert quietschen und festrosten und sorgt somit dafür, dass die Beläge gangbar bleiben!
Vorher das Ankerblech ruhig mal mit Bremsenreiniger und Pinsel gründlich vom Abrieb reinigen!
Wichtig! Kein Fett auf die Reibflächen kommen lassen!!! Weder auf die Trommel noch auf den Belag selber.

Bei ABS-Fahrzeugen muss man zusätzlich drauf achten, dass die ABS-Steuereinheit nicht leer läuft. Entlüften kann sich zum Geduldsspiel entwickeln. In Deinem Falle aber wohl eher uninteressant, da es ABS nur mit Scheibenbremsen gab beim 44er. Zumindest hab ich noch keinen gesehen mit ABS und Trommeln hinten.

Gutes Gelingen!

schöne Grüße
Matthias
Meine eigenen "Baustellen":
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REX Mofa FM 40 Bj 1952 (in Restauration)
Victoria Vicky III Bj. 1954 (unverbastelter Originalzustand)

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Re: Trommelbremse hinten- Wirkung ungleichmäßig

Beitragvon Boonekamp » 13.08.2018, 20:44

Ich habe mich nun entschlossen, einfach ALLES machen zu lassen. Trommeln, Lager, Beläge, Zylinder, Schläuche und vorne auch gleich neue Scheiben und Beläge, denn da flattert's schon seit zwei Jahren. Alles gekauft, ich würd's so gern selbst machen, besonders nach dieser detaillierten Anleitung (danke Matthias), es juckt regelrecht in den Fingern. Aber ich hab gerade einfach keine Zeit, schreibe meine Abschlussarbeit und hab das Auto zum Mechaniker meines Vertrauens gebracht.
Danke an alle! :)
Boonekamp
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Re: Trommelbremse hinten- Wirkung ungleichmäßig

Beitragvon kazy » 25.08.2018, 19:38

Die Brocken kosten ja heute nicht mehr die Welt....
Radbremszylinder einseitig tauschen ist meistens absoluter Unsinn, der 2. ist meistens kurz drauf auch hinüber und bei kosten von vielleicht 5 Euro pro Radbremszylinder ist das dann am falschen Ende gespart.
Gute Entscheidung gleich alles machen zu lassen, dann hast erstmal ne Weile Ruhe.. .
kazy
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