Ende nach 508.000 km? Bitte nicht...

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alain lime
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Ende nach 508.000 km? Bitte nicht...

Beitrag von alain lime »

Hallo Allerseits,

Ist es nach 508.000 km wirklich das Ende?
Die Fakten: Vor 4 Wochen Ölverlust vorner---> Schuld war ein verschliessener Simmerring. Ich mußte aber feststellen, das an der Reibstelle die Kurbelwelle stark eingelaufen war (ich habe leider im Monent kein Photo parat). Nach Ersatz des SImmerrings zwei Wochen Ruhe. Danach fängt wieder an zu tropfen. Vor einer Woche: Öllampe geht auf die Autobahn an. Kein Öl mehr im Motor!
Ursache: Neuer Simmerring zerfetzt.
Jetzt die Frage: Ich habe vor, den (wieder) neuen Simmerring vorzurücken so, dass der nicht mehr an der eingelaufenen Stelle der Kurbelwelle aufliegt.
Es ist im Prinzip die einzige Chjance, die ich habe: Eine neue Kurbelwelle kommt nicht in Frage :twisted:
Hat jemand schon ähnliche Erfahrungen gemacht?
Sieht Ihr eine weitere Möglichkeit?
Jeder Kommentar ist willkommen.

Viele Grüße an alle.

Alain
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spf2000
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Re: Ende nach 508.000 km? Bitte nicht...

Beitrag von spf2000 »

So macht mans öfters, glaube ich.
Wenn das Loch für den Simmerring breit genuch ist, dann kann man ihn leicht versetzt einbauen.
Die bisherige Laufkante wirkt ja wie ein Messer
Es grüßt: Sylvain
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alain lime
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Re: Ende nach 508.000 km? Bitte nicht...

Beitrag von alain lime »

Hi Sylvain,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort.
Und vor allem: Sie gibt mir wieder Hoffnung!

Viele Grüße
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spf2000
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Re: Ende nach 508.000 km? Bitte nicht...

Beitrag von spf2000 »

Gab es hier nicht im Forum sogar mal Bilder davon?
Es grüßt: Sylvain
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Erik M.
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Re: Ende nach 508.000 km? Bitte nicht...

Beitrag von Erik M. »

moin,

ja, die simmerringe müssen um dicht zu werden versetzt werden. ich habe hier nur mein flansch von meinem heckdiff hinten rechts. bei diesem sieht man 4 ringe und es waren somit schon zwei verbaut. ich habe deshalb den flansch gewechselt.
es soll aber auch passringe geben bzw. hülsen. diese hülsen sind sehr dünn und dienen nur dazu, eine glatte fläche wieder zu haben. es wird also die hülse über gesteckt.
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alain lime
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Re: Ende nach 508.000 km? Bitte nicht...

Beitrag von alain lime »

Hallo alle,
nach näherer Untersuchung stellte sich heraus, dass die Kurbelwelle richtig stark beschädigt ist: Die durch das Einwirken des Simmerringes verursachte Vertiefung ist ca. 2mm breit :shock:
Das bedeutet, dass ein Vorsetzen des Simmerringes praktisch nicht möglich ist (zu wenig "Luft" nach vorne).
Also bleibt das nur noch die umgekehrte Vorgehensweisel: Das Simmerring tiefer reinpressen. Tja, das geht aber nur, wenn man das Simmerring gekürzt wird (auf statt 10mm Breite auf ca. 7mm Breite).
Gesagt, getan: Nachstehend ein Bild mit dem original und dem "angepassten" Ring:
Fragen:
1.: Es sind aussen nur noch 2 bis 3 abdichtende Rillen Reicht das noch für das Abdichten gegen das Gehäuse?
2.: An den mit Pfeilen markierten Kante gibt es jetzt ein wesentlicher Unterschied zum Original: Beim Original ist die Fläche mit einem Gummiüberzug versehen, bei dem bearbeiteten Ring natürlich nicht (da weggeschliffen). Macht das ein Problem?
3. Ich habe den Ring durch manuellem Abschleifen gekürzt. Das bedeutet das die Ebene wo der rote Pfeil zeigt (die Seite geht ja in Anschlag in das Gehäuse) nicht mehr genau im 90 Grad Winkel steht :oops: . Kann man davon ausgehen, dass dies nicht ein riesen Problem ist, wenn man nicht als zu heftig den Ring rein schiebt?
4. : ich muss wahrscheinlich den Ring reinigen (metallische Schleifresten entfernen). Aber wie am besten? Und dann wieder fetten? mit welchem Fett? Silikonfett?

Ich weiss: Manche von Euch denken, dass ich nicht mehr ganz beim Verstand bin. Wenn es so ist, bitte, sag es mir. :D

Viele Grüße
Alain
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Simmerring_Kurbelwelle.jpg
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Re: Ende nach 508.000 km? Bitte nicht...

Beitrag von spf2000 »

Nach Außen hin würde ich ihn mit Hylomar (oder es gibt auch was von Pattex) abdichten.
Das Zeug ist Öl- und Hitze-Fest, und dient normal zum Abdichten von Ventildeckeln oder Getriebedeckeln.

Ich würd ich nicht fetten, zum einbau lieber mit motoröl schmieren.

reinigen würde ich den mit wasser und viel küchentuch. Keinen aggressiven Reiniger à la bremsenreiniger nehmen. dann geht der gummi gleich kaputt (nicht immer, aber oft, quillt auf o.ä.).

Ja, das ist völlig bekloppt! Weitermachen.

für den planen sitz würde ich mit dem meßschieber messen, ob gleichmäßig geschliffen wurde, denn ich würde sagen das ist schon wichtig, daß der recht plan und senkrecht zur Drehrichtung sitzt.
Es grüßt: Sylvain
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alain lime
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Re: Ende nach 508.000 km? Bitte nicht...

Beitrag von alain lime »

Hi Sylvain,

vielen Dank für die viele Tipps (und für die Aufmunterung :-D ).
Ich denke ich werde den "angepassten" Ring nächste Woche einbauen und werde natürlich über die Ergebnisse berichten.

Viele Grüße
Alain
Michael turbo sport
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Re: Ende nach 508.000 km? Bitte nicht...

Beitrag von Michael turbo sport »

Der Radial-Wellendichtring muss so gut es geht im 90°-Winkel zu der abzudichtenden Welle positioniert sein, da er sonst in Längsrichtung zusätzlich belastet wird. Die Folge dessen ist eine schnellere Abnutzung des Radial-Wellendichtrings, sowie auch der Welle.

Die am A-Ø umlaufenden Rillen des Radial-Wellendichtrings dienen zur dessen Halt im Sitz. Sind deren weniger, ist dessen Halt im Sitz nicht mehr gewährleistet.


Gruss,
Michael
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haiforelle
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Re: Ende nach 508.000 km? Bitte nicht...

Beitrag von haiforelle »

Tja...

Die Regeln für den Einbau von Simmeringen beachtet?

Zum anderen gibt es die Simmeringe in verschiedenen Breiten im Fachhandel zu erwerben. Man muss die nicht beim Freundlichen kaufen oder ggf. modifizieren...
Deine Anpassungen am Simmering sind, sorry für meinen Ausdruck, für den Ar***. Zum einen ist die Dichtlippe sehr empfindich und sollte sich da ein warmer Metallspahn bzw. Schleifkrümel verewiegt haben ist das der Tod, jetzt oder irgend wann später, vom Simmering und auch deines Instandsetzungsversuchs. Darüber hinaus wird sich der Simmering kaum noch vernünftig einsetzen lassen, da die Fase jetzt fehlt. In meinem Beruf würde man dich hierfür steinigen :twisted:

Für eine fachgerechte Instandsetzung gibt es einige Verfahren:
1.
bei leichten Spuren die Welle mit gebrauchten Leppleinen überziehen.

2.
bei Einlaufspuren einen Versatz des Simmeringes durch die Verwendung eines anderen Breitenmaßes (5, 7, 8, 10 oder 12mm)

2.1
Welle ausbauen und in einer Fachwerkstatt um 1mm die Lauffläche des Simmeringes abdrehen lassen. Dann ist es erforderlich ein anderes, um 1mm kleines Innenmaß des neuen Simmeringes zu verwenden.

2.2
Welle ausbauen und in einer Fachwerkstatt mit einer Hüllse versehen lassen. Sollte die Hüllse zu dick sein einen Simmering mit einem entsprechenden größeren Innenmaß verwenden.

2.3
Welle ausbauen und in einer Fachwerkstatt die Lauffläche des Simmeringes neu aufspritzen lassen. Dann ist die Stelle wieder neuwertig.

Ich würde eine dieser Maßnahmen (2.3) einem kapitalen Motorschaden durch ausgetretenes Oel bevorzugen.
alain lime
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Re: Ende nach 508.000 km? Bitte nicht...

Beitrag von alain lime »

Hallo Haiforelle,

vielen Dank für die guten Tipps.
Mir war nicht bekannt, dass mein Simmerring mit geringer Breitenmaß erhältlich sind (hat jemand die Bezugsquelle parat?).
Das mit dem Risiko von Metallresten durch die Schleifaktion ist mir bewusst.

Aber jetzt ist der" angepasste" Simmering drin. Bin inzwischen ca. 100 km gefahren. Scheint alles in Butter zu sein. Ich weiss aber, dass noch sehr vieles schiff gehen kann. Mal sehen :x .
Zum Thema Motorschaden: Ich bin - wie bereits berichtet - nachdem die Öllampe geleuchtet hat (sie hat aber nicht dauernd geleuchtet!) noch ca 15 km gefahren (ca. 1800 Umdrehungen).
Nach Reparatur des Simmerringes und Ölauffüllen: Einziges Problem bisher war, dass es ca. 30 min. gedauert hat bis die Hydrostößel aufgehört haben zu klackern. Ansonsten (wohl gemerkt bisher :oops: ) nichts weiter negatives.

Jedenfalls noch mal vielen dank an alle. Ich halte euch auf den laufenden.

Alain
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Poldy
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Re: Ende nach 508.000 km? Bitte nicht...

Beitrag von Poldy »

Moin,

wegen Motorschaden würde ich mir echt keine Sorgen machen. Der NF, NG und AAR verzeihen einiges. Mein Vater ist schon 50km ohne Öl gefahren, halbes Jahr ohne Wasser und inzwischen schon zum 2ten mal der Zahnriemen übergesprungen mehr als 60°!!!
Und bei meinem MC ist mir mal der Ölkühler weg geplatzt, da bin ich noch 3km gefahren. Bei den Hydros kann das schon mal 2 Stunden dauern bis die wieder still sind.

gruß

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Re: Ende nach 508.000 km? Bitte nicht...

Beitrag von haiforelle »

Poldy hat geschrieben:Moin,

wegen Motorschaden würde ich mir echt keine Sorgen machen. Der NF, NG und AAR verzeihen einiges. Mein Vater ist schon 50km ohne Öl gefahren, halbes Jahr ohne Wasser und inzwischen schon zum 2ten mal der Zahnriemen übergesprungen mehr als 60°!!!
Und bei meinem MC ist mir mal der Ölkühler weg geplatzt, da bin ich noch 3km gefahren. Bei den Hydros kann das schon mal 2 Stunden dauern bis die wieder still sind.

gruß

Poldy
Ich finde das ist eine super Einstellung.

Dann brauch ich mir ja überhaupt keine Sorgen mehr machen.
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Re: Ende nach 508.000 km? Bitte nicht...

Beitrag von Poldy »

So sieht das aus wenn der Zahnriemen abspringt, Wasserpumpe hatte einen Lagerschaden nach nur 30k km! War ein original Teil von VW, habe das jetzt bei 3 Motoren erlebt das die VW Wasserpumpe mit Kunststoff Rad Verrecken. Alle RICHTIG eingebaut(nur ein von mir). Einmal Ritzel ab, Einmal fest gegangen und bei unserem der Lagerschaden. Alles bei verschieden Modellen und Motoren von Audi! Werden auch nie wieder eine originale Wasserpumpe kaufen, die haben ein Qualitätsproblem seit dem die mit Plastikrädern bauen.

Nur um das Klarzustellen ich LIEBE :oops: meinen 10V und 20V und würde deshalb auch nicht ohne Öl und Wasser fahren. Der 20V verzeiht sowas definitiv nicht. Nur wenn man eben nicht auf der Bahn anhalten kann, muss man weiter fahren. :roll:

Hier:
Motor lief noch 20km nachdem der Riemen von der WaPu runter war. Einfach nur krank, echter Zombie Audi. Ist dann irgendwann ausgegangen, weil die Steuerzeiten nicht stimmten.

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