Bremsweg von 100 - 0km/h

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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon ELCH » 17.06.2017, 11:37

... Die Bremsanlagen sind auch immer auf die Leistung, Gewicht und Räder ausgelegt. Modernere Materialien sind inkl.

Die Ursprüngliche Frage wie lang der Bremsweg ist werde ich demnächst mal messen. Falls ichs vergesse bitte anhauen. (Falls der Wert von meinem Wagen überhaubt interessiert.)
Wir haben vor der Firma eine geeignete Strecke. Ich Tippe auf 50m. :D

Das wichtigste ist immernoch, wie der Wagen im Rahmen der Verzögerung zu handeln ist. Ich vertraue meinem 100er sehr. Er bleibt immer gutmütig.

Manche wagen werden ungehalten, sobald die Strecke nicht genau gerade aus geht oder die Strasse etwas streng entwässert ist. Lustigerweise sind dies genau die Fahrzeuge die viel Sicherheit oder Sportivität versprechen.
grüsse aus dem Emmental!
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon kpt.-Como » 17.06.2017, 14:19

Wichtig bei einer Vollbremsung, VOLL draufhauen auf's Pedal, NICHT nur treten :!:
Also so als würdest Du wollen das das Pedal abbricht.
Bein hoch und schlagartig drauf, mit aller Wucht.

So wird von anfang an die volle Bremsleistung aktiviert.
Das ABS regelt dann bei ungleichen Bremsflächen oder ähnlichen Einflüssen.

Lenkrad festhalten und rein in die Klötze, SCHLAGARTIG!
Du wirst Dich wundern was deine Bremse so kann. :wink:
Grüße
Klaus

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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon Hacki » 17.06.2017, 14:50

Lenkrad festhalten und rein in die Klötze, SCHLAGARTIG!


Ich glaub da haperts bei vielen...

Wenn man das macht kriegste die Räder an allen Autos zum blockieren bzw. das ABS zum regeln...

Mal vielleicht vorkriegsoldtimer mit seilzugbremse ausgenommen. :roll:
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon kpt.-Como » 17.06.2017, 16:05

So gelernt beim Fahrsicherheitstraining. ;)
Gefahrenbremsung immer NUR so!

Im Stadtverkehr nicht geeignet. :lol:
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon Hacki » 17.06.2017, 21:20

So gelernt beim Fahrsicherheitstraining. ;)


Ich habe das sogar in der Fahrschule schon so gelernt.
Und das war nicht nur teil der Fahrstunden sondern auch der Prüfung.

Kaum zu glauben dass selbst im Golf 5 manch einer von den Schülern nicht so richtig in der Lage war das ABS auszulösen.... Das liegt dann aber am Fahrer, nicht am Fahrzeug.
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon Michael turbo sport » 18.06.2017, 01:17

1TTDI hat geschrieben:Die V8 UFO Bremse ist schon eine Notlösung (und kein Geniestreich) um die stuckerige Vorderachse des V8 noch halbwegs Oberklassetauglich zu gestalten. Mit 17 Zoll wäre die simple Vorderachskonstruktion Anfang der 90er Jahre absolut nicht mehr tragbar gewesen, was den Fahrkomfort angeht.

Nicht nur des V8, sondern auch des 200 20V.

Und mit Geniestreich meinte ich eben genau das, was du dazu angeführt hast. Dsbzgl. ist die UFO mehr oder weniger schon ein Geniestreich, wenn zugleich auch eine Notlösung.

Der 44er ist ein tolles Auto (hatte ihn über 18 Jahre). Mit gutem turbo noch viel besser und macht sehr viel Spass. Aber leider ist es so, dass sogar ein W123 ein viel weiter entwickeltes Fahrwerk hat. Jedenfalls fühl sich ein W123 mit 18" um weiten geschmeidiger an, wie ein 44er. Man muss auf einem 44er keine 18" fahren - und das muss auch nicht so sein, aber es lässt dennoch erahnen, dass der 44er in dieser Klasse bzgl. Fahrwerk einfach nicht mehr Zeitgemäß war.

Das hat mich immer ein bisschen geärgert. Ein Auto bzgl. Optik und Qualität so gut, aber ein Fahrwerk zu seiner Zeit von total gestern. Irgendwie schade.


Gruss,
Michael
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon Michael turbo sport » 18.06.2017, 02:25

Es kann mir hier doch keiner glaubens machen, dass wenn ich mit einem großen Hebel in die vollen gehe, dies dem gleichzusetzen ist, wie wenn ich mit einem kleinen Hebel in die vollen gehe.

Es geht vor allem um das erste Ansprechmoment, dass eine große Bremse umso mehr und schneller hat. Sebst mit 44er Scheibenrädern wird/sollte sich das auswirken, bis diese letzendlich blockieren.

Natürlich kommt es auch darauf an was ich für einen Reifen bzw. Reifengröße montiert habe. Aber letzendlich darauf, mit welcher Kraft und schnelligkeit ich an den maximalen Reibungskoeffizient des jeweiligen Reifens herankomme.

Gruss,
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon ELCH » 18.06.2017, 09:47

Falls die Sache mit dem *Reintreten* mir galt....

Keine Sorge. :)




Zu den "Grossen" bremsen...

Die sind nicht nur wegen der *Hebelwirkung* gross. Sondern wegen der Standfestigkeit.

Das merkt man erst so richtig wenn mann in den Bergen fährt.
Ich hab mit dem 100er mal eine Passfahrt (Ich glaube es waren 8) mit ca 350kilo Mensch + 20Kilo *Tote Masse* an Bord gemacht.

Mit Automatikgetriebe ist es mit der Motorbremse nicht weit...

Das Fahrwerk war mit modernen Gasdruck Stossdämpfer, 15Zoll Räder mit Michelin energy und Brembo Scheiben und Beläge im Standart-Trim. Der Regler hinten war auch neu und gut eingestellt.
Ich denke die bremse war an ihrer Grenze. Hat aber ihren Jop gemacht. War alles rundum schön warm.
Aber schwerer hätte der Wagen nicht sein dürfen und schlechter hätte der Zustand der Bremsanlage auch nicht sein dürfen.

Eine kalte Bremse Treten gibt einen Wert.
Die selbe Bremse nochmal Treten gibt meist einen etwas besseren Wert.
Die Grösse und die Qualität der Bremse offenbart sich erst beim wiederholten treten.

Aber wer keine Rundstrecken mit erhöhter Leistung fährt, der braucht keine anderen Bremsen.
Die meisten Bremsen gammeln eh an, weil sie nie benuzt werden.
Besser alle 1-2 Jahre zerlegen, reinigen und schmieren.
Den Regler in schuss halten und die Bremsflüssigkeit wechseln.
Und aufhören mit irgendwelchen holprigen Fahrwerken und abartigen Felgen/Reifen.
Der Typ 44 hat m.E. sowieseo einen recht schmalen Grad von "Liegt stramm" zu "Nervtötend".


Physik hin oder her, davon verstehe ich auch nix. Aber das Gefühl im Arsch wenn alles funktioniert, dass kenne ich.
grüsse aus dem Emmental!
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon 1TTDI » 18.06.2017, 10:38

Komisch finde ich eigentlich, das ich im www trotz tausender Videos und Daten bis jetzt kein altes Video oder irgendeinen vergleichbaren Bremsentest gefunden habe, der mal den Bremsweg der alten Autos der achtziger zeigt.
Da ich leider selbst kein ABS in meiner Gurke habe, möchte ich natürlich ungern den Versuch unternehmen einen Satz Vorderreifen zu schrotten, falls die Räder doch blockieren sollten (auch, wenn ich bis jetzt andere Erfahrungen gemacht habe).
Wenn ich aber schon sehe, das ein A6 vor 10 Jahren nach ca. 36-38m stand und als gut bewertet wurde und heute 33-34m als gut gelten, stellt sich mir die Frage, was sich da verbessert hat. Die Autos werden nicht unbedingt leichter, so das das Gewicht kaum eine Rolle spielen sollte. Das ABS und die Fahrwerke werden immer besser, wobei bei glatter Strasse das fahrwerk evtl. nicht so wichtig ist. Die Bremsen werden wahrscheinlich auch immer besser bzw. größer dimensioniert, da die Motorleistung steigt.

Ganz am Anfang wurde ja die Frage gestellt, wie der Bremsweg und das Bremsverhalten unserer Autos denn gegenüber damals sein würde.
So könnte ich mir vorstellen, das blockierende Räder mit damaligen Standardgrößen zw. 185-205/R15 möglich waren , heute aber doch viele schon auf 215-235/R16-17 umgerüstet haben und mit den besserem Grip neuer Reifen und den größeren Felgen ein blockieren evtl. nicht mehr zu schaffen ist , da die Serienbremsen einfach nicht genug Kraft haben.
( http://www.tagesspiegel.de/mobil/was-br ... 98500.html )

Bei Bremswegen von damals weit über 40m ohne ABS (zumindest aus meiner Erinnerung) zu heute ca. 34m muss sich ja doch einiges getan haben. Die Frage ist auch, wie würden unsere Bremsen bei diesem Test abschneiden...ich befürchte schlimmes, da ich es bei Tempo 200 vollbeladen selbst gemerkt habe, wie die Bremsen nach gefühlten 2-3sek. extrem nachgelassen haben.

http://www.auto-motor-und-sport.de/news ... 98985.html
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon Quattro-Jan » 18.06.2017, 12:18

@1TTDI: Es war die Frage nach "gut gemachten Upgrade bremsen, also nicht G60 usw." Da interpretiere ich, auch Grade weil du von starken nachlassen beim bremsen aus 200kmh berichtest, gelochte Bremsscheiben rein. Denn, dass das Fading starke Auswirkungen hat müsste bekannt sein und Löcher in den Scheiben sind da sehr hilfreich.
Selber bohren ist aber nicht wirklich zu empfehlen :D
@ Michael Turbo Sport: oder hab ich da zu viel bzw was falsch interpretiert?
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon 1TTDI » 18.06.2017, 17:22

Das ist halt die Frage. Was heißt gut gemacht?
Bringt es bei 256er Scheiben was, gelochte zu nehmen, die ja eigentlich nur gegen das Fading wirken, die reale Bremswirkung theoretisch durch weniger Reibfläche aber herunter setzen. Ist die Umrüstung der 276er Bremse gegen die vom C4 mit 288er Scheiben gut gemacht oder sinnlos?
Wenn ich hier lese, das die Serienbremse es problemlos schafft die Räder bei jeder Geschwindigkeit zum blockieren zu bringen (ohne ABS), dann scheint dort ja theoretisch kein Handlungsbedarf zu bestehen. Wenn ich es nicht schaffe ist entweder mein rechtes Bein oder meine Bremse zu schwach oder meine Reifen zu gut.
Mich würde mal interessieren, ob jemand ein Video hat, wo unser C3 getestet oder vergleichen wird und dort auch der Bremsweg (ohne ABS)gemessen wird. Blockieren da wirklich immer die Reifen? Wie gesagt. Beim 4 Zyl. mit 185er Reifen könnte ich mir das vorstellen, aber mit besseren/breiteren Reifen kann ich mir das nicht vorstellen. Dann wäre doch Fading nicht so wichtig.
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon Hacki » 18.06.2017, 17:32

Es kann mir hier doch keiner glaubens machen, dass wenn ich mit einem großen Hebel in die vollen gehe, dies dem gleichzusetzen ist, wie wenn ich mit einem kleinen Hebel in die vollen gehe.


Ich verstehe nicht ganz was du mit Hebel meinst. Den Radius der Bremsscheiben?

Wenn ich hier lese, das die Serienbremse es problemlos schafft die Räder bei jeder Geschwindigkeit zum blockieren zu bringen (ohne ABS), dann scheint dort ja theoretisch kein Handlungsbedarf zu bestehen. Wenn ich es nicht schaffe ist entweder mein rechtes Bein oder meine Bremse zu schwach oder meine Reifen zu gut.


Ich würde da am ehesten auf einen Fehler in der Bremskraftverstärkung schließen. Wenn die Hydraulik ausgenudelt ist, dann wird das Pedal recht gummiartig und lässt sich tatsächlich nur mit viel Kraft zur Vollbremsung überzeugen.
Seit ich meinen 100er auf den Unterdruck-BKV umgebaut habe ist das Bremsgefühl um größenordnungen besser geworden.
Hier wäre also der Fehler nicht in der Bremsscheiben/Sattel/Belag kombi zu suchen, und es würde auch nichts bringen da etwas zu verbessern, sondern einfach an der schlechten Bremskraftverstärkung.

Mich würde mal interessieren, ob jemand ein Video hat, wo unser C3 getestet oder vergleichen wird und dort auch der Bremsweg (ohne ABS)gemessen wird. Blockieren da wirklich immer die Reifen? Wie gesagt. Beim 4 Zyl. mit 185er Reifen könnte ich mir das vorstellen, aber mit besseren/breiteren Reifen kann ich mir das nicht vorstellen. Dann wäre doch Fading nicht so wichtig.


Du hast da aber scheinbar einen kleinen Denkfehler drin....
Blockierte Räder sind garnicht erwünscht beim Bremsen, da rutschende Reifen einen schlechteren Reibwert haben also solche die mit einem gewissen Schlupf rollen, d.h. Räder blockieren lassen verlängert den Bremsweg gegenüber einem gekonnten Dosieren kurz vor der Blockiergrenze.
Ein gutes ABS nimmt einem die Arbeit des dosierens ab.
Mal davon abgesehen dass man mit blockierten Rädern natürlich nicht mehr lenken kann... Bei einer pass-abfahrt wäre das eher ungünstig. :lol:

Fading ist also durchaus ein Problem, allerdings erst wenn die Bremse übermäßig belastet wird, wenn man eben z.b. im Urlaub mit vollbesetzter Karre über die Alpen will oder meint Rennsport betreiben zu müssen. Für'n alltagsbetrieb oder einmalige Gefahrenbremsungen sind die Serienbremsanlagen aber gut genug dimensioniert.

Ich hab mir auf meinem Audi 80 B2 auch mal nen satz neue 195er Bridgestonereifen ruiniert weil ich gemütlich mit allem was die Kiste hergab über die Autobahn geschippert bin und mir in dem Moment ein Opa modell 90+ trotz freier mitte und rechter spur vor die Karre gezogen ist. Das blockiert schon wenn man richtig aufs pedal latscht. Optimal ist das aber nicht. Dennoch, besser als zu vorsichtig aufs Pedal zu treten...
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon 1TTDI » 18.06.2017, 19:14

Ich will nicht ausschließen, das meine Bremse nach fast 750tkm nicht mehr perfekt funktioniert. Ich möchte aber auch noch mal einwerfen:
Audi 80 B2 mit 195er Reifen (schätze mal 15 oder 16Zoll), zulässige Achslast vorne ca. 700kg ?
Wenn wir jetzt einfach mal (was wahrscheinlich nicht stimmt) diese Werte als 100% nehmen und linear hochrechnen. Der Reibwert des nicht blockierenden Reifens hängt im wesentlichen von den stabilen Flanken, dem Anpressdruck und der Aufstandsfläche ab (Reibwert des Untergrundes bleibt bei beidem ja gleich, deshalb vernachlässigbar)

185er 15 Zoll Reifen beim bremsen mit doppelter Achslast vorne = 100%
( Flankenhöhe 15Zoll ist 55 =100%, Reifenaufstandsfläche bei 185er Reifen = 100%, doppelte Achslast von 700kg = 100%)

Jetzt mal umrechnen auf meine Konstellation:
235er auf 17Zoll mit TDI Motor im 100er
Flankenhöhe 55 zu 45 = ca 20% mehr, 235 zu 195 = 20% mehr, Achslast 1400kg zu 2200kg = 60% mehr

20%+20%+60% = ca 100% mehr Haftreibung
Bitte nicht schlagen, weil man das ganze sicher nicht linear so einfach hochrechnen kann, aber das meine ich damit. Auf gleicher Strasse brauche ich eine doppelt so hohe Bremskraft um meine Räder zum blockieren zu bekommen.
Hätte ich 185 R15 Reifen auf dem gleichen Auto würden 60% mehr ausreichen.

Und damals war das absolute Maximum 215/60R15. Und die Reifen sind heute sicher auch um Welten besser.
Was damals zum blockieren gereicht hat, reicht heute auf gutem Untergrund vielleicht nicht mehr???

Ich weiß, ich bin nervig, aber ich gehe den Sachen halt gerne auf den Grund :-)
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon matze » 18.06.2017, 21:16

Also bei meinen Autos ist ohne Probleme bei 200 ein blockieren der Räder zu erreichen bei einer Schlagbremsung.
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Ebenso im 20v mit hydraulischer Verstärkung (da sogar leichter möglich )
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon Hacki » 18.06.2017, 22:34

Der Reibwert des nicht blockierenden Reifens hängt im wesentlichen von den stabilen Flanken, dem Anpressdruck und der Aufstandsfläche ab (Reibwert des Untergrundes bleibt bei beidem ja gleich, deshalb vernachlässigbar)



F_r = µ * F_n

Zu gut deutsch: Die Reibungskraft (F_r) die letztendlich das Auto verzögert ist der Reibkoeffizient µ mal der Normalkraft F_n (Normalkraft = Die Kraft die das Auto durch das eigengewicht auf den Untergrund ausübt, berechnet nach F_n = m*g; Masse * Erdbeschleunigung).

Da taucht die Aufstandsfläche aber nirgends drin auf. Jetzt gilt das nicht 100%ig so für Reifen die elastisch sind und sich durch Verformen, Materialerwärmung usw. Effekte einstellen die letztendlich den Reibkoeffizienten beeinflussen.
Auch haben breitere Reifen in der Regel weichere Mischungen als ihre schmäleren pendants was dann im endeffekt auch nur eine erhöhung von µ ist, also nur indirekt was mit der Fläche zu tun hat.
Eins lässt sich so aber sicher sagen: Einen linearen anstieg der Reibungskraft hat eine verbreiterung des Reifens nicht zur folge.
Dass dein Auto auf der Vorderachse schwerer ist stimm, und das erhöht die notwendige Pedalkraft in der tat.... Ich glaub da braucht's aber schon LKW-Reifen bevor die Haftreibung von den Reifen auf der Straße die Betriebsbremse überwältigen kann.


Du kannst es ja aus niedriger geschwindigkeit testen ob du deine Räder zum blockieren kriegst.
Aus 20km\h oder so.
Wenn's da klappt, dann auch bei tempo 200. Wie schnell du bist ändert nämlich nix an der Haftreibung.
Nur sparst du dir so neue Reifen, und evtl einen ungesunden Unfall.

Wenn ich ein Manometer >100 bar hätte könnte man mal den Bremsdruck messen und daran dann anhand der Kolbenfläche im Bremssattel genau ausrechnen wieviel kraft die Bremsbeläge auf die Scheibe ausüben, und wie hoch die Haftreibung des Reifens sein müsste dass das nicht mehr blockieren kann...

Gruß


Ich weiß, ich bin nervig, aber ich gehe den Sachen halt gerne auf den Grund :-)


Dito. ;)
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon 1TTDI » 18.06.2017, 23:28

Die Aufstandsfläche muß aber irgendetwas mit der Haftung zu tun haben. Welchen Sinn hätte es sonst, das leistungsstarke Autos oder Rennwagen breite Reifen haben?
Die Formel passt dann bei Reifen wohl nicht.

Zitat: https://www.welt.de/motor/article135264 ... ingen.html
"...Die Bodenhaftung nimmt mit der Reifenbreite zu. Lag bei einem Serienreifen Ende der 1970er Jahre die Maximalgeschwindigkeit bei 210 km/h, sind es heute 360 km/h. Um die höheren Geschwindigkeiten abbremsen zu können, wächst der Durchmesser der Räder, wodurch Hersteller größere Bremsscheiben verbauen können..."

Hier mal ein schönes Beispiel. Gleiches Auto , unterschiedlich breite Reifen. Lt. deiner Formel gleicher Bremsweg...lies selbst
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/spor ... 81359.html

"....Beim Bremsen auf trockener Fahrbahn aus Tempo 100 kam der Golf mit den Normalreifen (195/65R15) nach 44,40 Metern zum Stehen. Der mit Breitreifen (225/40ZR18) bestückte Golf aber stand bereits nach 40,30 Metern still. An dieser Stelle hatte das konventionell beschuhte Auto noch eine Geschwindigkeit von 30,5 km/h.......Den Bremsversuch wiederholten die Tester mit den beiden unterschiedlich bereiften Fahrzeugen auch auf nasser Fahrbahn, in diesem Fall wurde bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h voll verzögert. Das Resultat: Der Golf mit normalen Reifen stand nach 30,5 Metern, der Golf mit breiteren Pneus stand bereits nach 27,60 Metern still. In diesem Fall widerlegte der Vergleich das alte Vorurteil, dass Breitreifen zwar auf trockener Straße eine gute Haftung böten, aber bei Nässe einem herkömmlichen Pneu deutlich unterlegen seien....."

Was kann an der Bremse denn nicht funktionieren? Hydraulikdruck ist im grünen Bereich, da sonst der Druckschalter ne Fehlermeldung bringen würde.Der HBZ gibt diese Kraft doch weiter, da ich das Pedal ja bis zum Ende durchtreten kann (was im Stand nach mehrmaligem treten des Pedals nicht mehr geht). Deshalb schließe ich auch mal aus, das die Gummileitungen weich sind und sich aufblähen. Das würden sie dann ja auch ohne Unterstützung machen. Mal blöd gefragt. Schafft man das blockieren auch ohne Bremskraftunterstützung oder bricht da eher das Pedal ab :-)
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon Hacki » 18.06.2017, 23:45

Breitere Reifen haben eine weichere Gummimischung, deshalb ist µ größer. Das passt schon. -> http://reifenqualitaet.de/technik/breitreifen/

Tests des ADAC haben ergeben, dass Breitreifen eine höhere Fahrstabilität in Kurven sowie einen besseren Gripp auf trockener Fahrbahn aufweisen, als schmale Reifen. Der Grund ist, dass bei
Breitreifen eine weichere Mischung für die Lauffläche gewählt wird.




Schafft man das blockieren auch ohne Bremskraftunterstützung oder bricht da eher das Pedal ab :-)


Hab ich noch nicht probiert. :lol:


Was kann an der Bremse denn nicht funktionieren?


Weiss ich auch nicht so genau, Ich fand die Hydraulik in meinem Typ 44 eben recht ... "Feder-ig"? D.h. das Pedal hat auf einem recht langen weg bis zum endanschlag einen langsam steigenden Widerstand gegeben (So als würde mit steigendem Pedalweg die Bremskraftverstärkung sinken(, seit der umrüstung des BKVs auf Unterdruck hat das Pedal einen sehr gleichmässigen weg mit einem recht abrupten harten Ende.

Gruß

Edit: Wenn ich mir die Funktionsweise des Hydraulischen BKV so angucke, könnte natürlich eine interne Undichtigkeit für eine verschlechterung der Bremskraftverstärkung sorgen, ohne dass dabei gleich irgendein Alarm losgeht... (siehe http://www.volkspage.net/technik/ssp/ssp/SSP_49.PDF)
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon matze » 19.06.2017, 05:33

Was meint ihr mit durchtreten biabzum endanschlag. Pedal kann ich ca 50% durchtreten dann wird es hart. Am endanschlag bin ich da noch net. Falls doch hast nen Fehler an der Bremsanlage
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon Quattro-Jan » 19.06.2017, 09:18

Bei der Rechnung wird die Fläche nicht berücksichtigt (ist übrigens auch bei der Kupplung und bei der bremse selbst der fall) da man von einer absolut glatten Fläche ausgeht. Bei reifen spielt das aber trotzdem eine rolle, da immer kleine Steinchen rumliegen bzw die Straße ansich auch nicht 100prozentig glatt ist, um die Formel zu widerlegen müsste man demnach auf einer mehr oder weniger reinen glatten fast klinisch sauberen Glas oder Metallplatte bremsen aber auch ohne auch nur ein kleines Steinchen im Profil.
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon Hacki » 19.06.2017, 10:34

Was meint ihr mit durchtreten biabzum endanschlag.


Bis es halt nicht weitergeht, das ist aber auch erst höchstes auf halbem wege bis zum Bodenblech bei mir.


Bei reifen spielt das aber trotzdem eine rolle, da immer kleine Steinchen rumliegen bzw die Straße ansich auch nicht 100prozentig glatt ist, um die Formel zu widerlegen müsste man demnach auf einer mehr oder weniger reinen glatten fast klinisch sauberen Glas oder Metallplatte bremsen aber auch ohne auch nur ein kleines Steinchen im Profil.


Klar sind solche berechnungen nicht 100%ig auf die realität übertragbar, das stimmt schon - aber sie sind nah genug dran, dass man sie für so theoretische überlegungen benutzen kann. Der Bremseffekt des Luftwiderstands oder Aerodynamischer abtrieb wird ja auch nicht berücksichtigt.


Nach den ganzen überlegungen hier denke ich dass der kürzere Bremsweg von modernen Autos von 3 faktoren abhängt:

1. Moderene Reifen mit einem höheren Haftreibungskoeffizienten
2. Bessere Fahrwerke -> Besserer Bodenkontakt
3. Feiner regulierende ABS-Systeme, die die Räder besser an der Blockiergrenze halten ohne sie tatsächlich zu blockieren


Also schätze ich mal dass neue + breitere Reifen, das Fahrwerk gut in schuss halten und eventuell eine dezente Tieferlegung mit qualitativ hochwertigen teilen einen größeren effekt auf den Bremsweg haben wird als irgendein Bremsenupgrade alleine.
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon kai 1 » 19.06.2017, 22:51

hallo

gegen zu hohe temperaturen an der bremse hilft belüftung , im rennsport immer recht gut sichtbar , paar beispiele

https://www.google.de/search?q=bremsbel ... 20&bih=971

bei neueren fahrzeugen hat sich viel geändert , räder + reifen + bremse selber + abs ( regelgeschwindigkeit )

wirklich richtig durchtreten ist auch überweindung erforderlich , wenn ich das im dienstfahrzeug durchführe lauf ich gefahr das locker mal 20 personen oder mehr nach vorn kommen undefiniert :shock:

Hacki hat geschrieben:
mindestanforderung für betriebsbremse ist da 6 m/s²


Es sind sogar nur 5 m/s² - http://www.stvzo.de/stvzo/b4.htm :shock:


Das resultiert in nem bremsweg von rund 75 metern. Ich will mal hoffen dass alles nach 1950 besser als das bremst.. :lol:


mist , schreibfehler , stimmt wir haben fahrzeuge von 2010 da ist 5,8 m/s² als maxwert angegeben


panzer bei vollbremsung ist nicht wirklich lustig , da wurden damals bei der BW auch immer warnungen ausgegeben das man da abstand halten soll

das ist mal wirklich mit nen fiesta auf dem stützpunkt nen unfall passiert , panzer vollbremsung > panzer geht hinten hoch > fiesta drunter , nicht zu empfehlen :shock:

Mfg Kai
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon 200-20V » 20.06.2017, 15:16

Hallo!
In diesem Bericht des ADAC, wurde ein Audi 100 "In die Zange genommen" :!: :shock:
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Also Vorsicht :!:

Gruß Axel.
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon MerlinMichel » 06.08.2017, 10:28

@Elch: Hast du dies schon testen können auf dem Firmengelände :) Wäre interessant was da nun Rausgekommen ist :)

lG
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Re: Bremsweg von 100 - 0km/h

Beitragvon ELCH » 07.08.2017, 14:42

Nein. Ich habs auber auch nicht vergessen.

Der Ärmste wartet auf seine neuen Düsen.
Und ich hab gesehen, dass er bei der Kurbelwelle feucht ist.

Nun Brauch ich nur noch ein bisschern Zeit. Ich hoffe ich schaffe es bis zum herbst. :cry:
grüsse aus dem Emmental!
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